Praxis für Lipödem-Chirurgie Dr. Falk-Christian Heck –  Newsletter.

Patienten-Newsletter

Liebe Leserin, liebe Patientin, 

 

nach 12 Jahren Lipödem-Chirurgie war es im September an der Zeit, die eigenen, sehr speziellen Erfahrungen mit der Fachwelt zu teilen. Im Gegensatz zu den bewährten Strategien der Fettsaugung in der "Schönheits-Chirurgie" herrschen bei der Behandlung des Lipödems völlig andere Bedingungen.

Für die ästhetische Verbesserung der Körperform sind meist nur geringe Mengen Fettgewebe zu entfernen. Das geht auch meist in lokaler Betäubung und ohne große Schmerzen in recht kurzer OP-Zeit über die Bühne. Beim Lipödem hingegen müssen die Beine und Arme komplett neu geformt werden. Viele Liter Fett kommen bei diesen großen und mehrstündigen Operationen ganz schnell zusammen und überschreiten damit deutlich die Grenzen, welche von führenden Fachgesellschaften für die Fettsaugung empfohlen werden: bei ambulanter Operation sollen maximal 2 Liter Fettgewebe entfernt werden; stationär sollte bei mehr als 4 Litern eine Intensivstation verfügbar sein.

Jede betroffene Frau kann schnell abschätzen, wie viele OPs nötig wären, um ihr Lipödem wirksam zu behandeln, wenn man sich an diese Empfehlungen halten würde.
Das kann nicht im Sinne der Sache sein!

Das es auch anders geht habe nicht nur ich sondern auch - leider nur wenige - andere Chirurgen in den vergangenen Jahren gezeigt.

Im Falle von Komplikationen aber sind "wir" nur eine kleine Gruppe von Operateuren, welche die Gegebenheiten der neu etablierten Lipödem-Chirurgie einschätzen und beurteilen können. Von Gutachtern eines Gerichts, die mit diesen Bedingungen nicht vertraut sind, würde man schnell mit den oben genannten "Leitlinien" und "Empfehlungen" konfrontiert und hätte so seine Not mit guten Argumenten dagegen zu halten.

Also fragte ich mich schon vor Jahren, was denn wohl überhaupt nach großen Liposuktionen passieren könnte. Kreislaufstörungen waren für mich die einzig vorstellbare "Komplikation". Obwohl ein "Kollaps" auch nach jeder Zahnbehandlung oder gar ganz ohne OP passieren kann. Ich machte also, dank Ihrer Mithilfe, eine aufwendige Datensammlung und analysierte hinterher die Ergebnisse. Nahezu unabhängig von der Menge entfernten Fettgewebes konnten Kreislaufstörungen auftreten, die aber gut beherrschbar waren, wenn eine zuverlässige Begleitperson von uns eingewiesen wurde. Auch eine Kollaps war dann für einen medizinischen Laien kein großes Problem. Nur 8 Patientinnen von 130 untersuchten OPs würden beim nächsten Mal lieber nach der Fettsaugung in einem Krankenhaus überwacht. (eine Zusammenfassung der Studie und die Grafiken können auf dieser Homepage unter der Rubrik "Studien" nachgelesen werden).

Auf dem großen Jahreskongress der Plastischen Chirurgie in München wurden mir allerdings meine Daten förmlich um die Ohren gehauen. Unmissverständlich wurde mir signalisiert, dass ich im Falle einer Komplikation allein auf weiter Flur stünde. Eine Diskussion meiner Ergebnisse fand erst gar nicht statt.

Ob ich nun meiner Zeit voraus bin oder meine Patientinnen einfach robuster sind, als viele glauben; ich musste reagieren. Bei der hohen Zahl von Operationen ist es nur eine Frage der statistischen Wahrscheinlichkeit, wann doch "nach Murphy" alles irgendwie dumm gelaufen ist und die erste Patientin zu Schaden kommt - und das ist nicht zu verantworten.

Also - nur Tage später war es mir möglich, eine Übernachtungsmöglichkeit in der Tagesklinik gegenüber unserer Praxis im 2-Bett-Zimmer zu organisieren; ein Einbett-Zimmer steht demnächst auch zur Verfügung. Hier ist eine erfahrene Nachtschwester vor Ort und ein Arzt im Hintergrund erreichbar.

Zusätzlich ist jetzt immer ein Narkosearzt dabei und sorgt für eine nahezu schmerzfreie OP- Vollnarkosen konnten bisher weiterhin vermieden werden!

Meiner Frau kam die dankbare Aufgabe zu, allen Frauen mit festem OP-Termin diese Neuerungen beizubringen. Zu unserer großen Freude hatten die allermeisten von Ihnen sofort Verständnis für diese notwendigen Maßnahmen und waren erleichtert, einen Anästhesisten an ihrer Seite zu haben - übrigens meistens sogar Frauen!

Die Partner unserer Patientinnen waren zu unserer Überraschung sogar froh, in der ersten Nacht nicht die Verantwortung tragen zu müssen.

Nun ist es sicher, in Essen wird weiterhin bei jeder OP all das abgesaugt, was nötig und medizinisch möglich ist!
Ich denke, damit kommt die Lipödem-Chirurgie heraus aus der Ecke der "Improvisations-Medizin". Jede Frau hat ein Anrecht darauf, möglichst schmerzfrei, sicher und effektiv behandelt zu werden.

Die Fahrt nach München war letztlich doch eine heilsame Erfahrung und ist immer eine Reise wert.


Dr. Falk-Christian Heck

 

Ihr

Dr. Falk-Christian Heck

Impressum:
Praxis für Lipödem-Chirurgie Dr. med. Falk-Christian Heck
Rüttenscheiderstr. 199
45131 Essen
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Internet: www.daslipoedem.de
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