Praxis für Lipödem-Chirurgie Dr. Falk-Christian Heck –  Newsletter.

Patienten-Newsletter

Liebe Leserin, liebe Patientin , 

 

heute erhalten Sie den ersten Newsletter zum neuen Jahr 2014.

Thema: Ich habe ein Lipödem – habe ich auch schon ein Lymphödem?

Immer wieder lese ich in den Internet-Foren: „Morgen frage ich den Arzt, ob ich schon ein Lymphödem habe.“ Das klingt so, als würde es sich dabei um einen schicksalhaften Wendepunkt im Verlauf der Lipödem-Erkrankung handeln.

Jedes Lipödem, das Beschwerden macht, hat ein Lymphödem!

Einschränkend muss ich hier erwähnen, dass wir noch viel zu wenig über die tatsächlichen Zusammenhänge wissen und das „Lymphödem“ auch nicht beweisen können. Das „Erklärungsmodell“ ist aus meiner Sicht aber in sich logisch - Sie werden sehen!

Am Anfang der Erkrankung fallen nur die zunehmend dicker werdenden Beine und Arme auf. Selbstversuche mit Diät und mehr Bewegung bleiben erfolglos. Erst deutlich später – manchmal erst nach Jahren - zeigen sich erste Beschwerden in Form von „Schweregefühl“ und „Ermüdung“ in den Beinen; zum Beispiel beim Treppensteigen.

Dieser Moment ist für mich der Anfang des Lymphödems!

Die natürliche Zirkulation der Lymphe wird durch das dichter werdende Fettgewebe behindert, die Beine schwellen an, drohen bald zu platzen und machen schließlich schon den Gedanken an Bewegung zum Alptraum.

In der Folge wird durch die eingeschränkte Mobilität die Lebensqualität immer schlechter. In jungen Jahren kommen Sorgen auf, wie lange ein Beruf in sitzender oder stehender Zwangshaltung wohl noch machbar ist. Der Bewegungsdrang der eigenen Kinder bringt Sie täglich an Ihre Grenzen. Das ist anfangs deprimierend und schlägt bald in Frustration um. Die Freude auf einen warmen Sommer wird getrübt, da die Schwellungen dann extrem werden. Stauungsschmerzen zwingen dazu, geliebte Sportarten aufzugeben und man landet schließlich bei der Aquagymnastik- das kurze Wohlgefühl von Schwerelosigkeit.

Viele suchen erst wegen der anhaltenden Schmerzen den Rat bei ihrem Arzt. Hat dieser vielleicht schon vom Lipödem gehört, wird er es bei Ihnen möglicherweise erkennen. „Da kann man leider nichts machen - ist ja nur Fett und Sie müssen damit leben. Nein, Wasser haben Sie nicht in den Beinen.“ Glaubt er, da mit dem Finger keine Delle in die Haut zu drücken ist. „Eine Kompressionshose oder gar Lymphdrainage aufzuschreiben, wäre völlig nutzlos.“ Das wars dann oft schon.

Die Lymphe staut sich aber „tiefer“ im Gewebe und eine Delle auf Fingerdruck entsteht fast nie. Die Stauung - insbesondere in den Waden und Fesseln - ist aber mit einiger Erfahrung förmlich zu spüren. Die Haut ist gespannt und glänzend, sie ist gereizt und schmerzt auf Druck. Eine Untersuchung mit Ultraschall ist hier meist nutzlos.

Haben Sie auch schon bemerkt, dass Sie auf andere gar nicht so schwer wirken, wie Ihnen die Waage anzeigt? Dahinter steckt die Lymphe, die in großer Menge im Fettgewebe sitzt.

Unbehandelt verändert sich das Hautgewebe der Waden unter dem Druck der Flüssigkeit in seiner Struktur und führt zu schmerzhaften Verklebungen. Eine Operation zu diesem Zeitpunkt kann zu hartnäckigen und schwer zu behandelnden Stauungen führen!

Bei der Diagnosestellung gehört die Verordnung von flachgestrickten Kompressionsstrümpfen zum Pflichtprogramm!

Dieses Strick-Gewebe „massiert“ unter der täglichen Bewegung in erstaunlich wirkungsvoller Weise die Haut. Dieser Effekt ist besonders deutlich bei meinen operierten Patientinnen zu beobachten. Bereits eine Woche nach OP sind Blutergüsse fast weg und Beine viel schlanker als bei Patientinnen, die nur mit Panty oder rundgestrickten Strümpfen versorgt waren und lediglich zur manuellen Lymphdrainage gegangen sind.

Eines ist aber ganz klar: Lymphdrainage und Kompressionsbestrumpfung wirken nur lindernd auf die Beschwerden und Schmerzen, die durch das Lymphödem ausgelöst werden. Diese Maßnahmen helfen in keiner Weise gegen die eigentliche Erkrankung - nämlich das Lipödem!

Das Lipödem als Auslöser für den Lymphstau kann allein durch eine operative Reduzierung des krankhaften Fettgewebes behandelt werden.

Auf die konsequente und lebenslange Anwendung entstauender Maßnahmen zu verweisen - wie es die Krankenkassen tun - wird dem Leid der betroffenen Frauen nicht gerecht und entspricht auch nicht dem heutigen Stand der Medizin.

Das Wissen über diese Zusammenhänge zu verbreiten sehe ich als eine wichtige Aufgabe an.

Möge 2014 in diesem Sinne ein für uns alle erfolgreiches Jahr werden.


Dr. Falk-Christian Heck

 

Ihr

Dr. Falk-Christian Heck

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